Unser Film „Die Heide ruft“ wurde am 5.11.2009 nun schon das zweite Mal auf dem Normalni Festival in Prag gezeigt. Der Film fand letztes Jahr auf dem Festival solch einen Anklang, dass die Organisator_innen des Normalni Festivals uns dieses Jahr nach Prag eingeladen haben um unseren Film im Kino Aero zu zeigen. Nicht nur wir als Filmemacher_innen, sondern auch zwei der Filmdarsteller_innen, die Sexualbegleiterin Vimala und Matthias Vernaldi waren eingeladen. Matthias ist leider kurzfristig erkrankt und konnte uns nicht begleiten.
Im Anschluss an den Film fand eine von Petr Eisner moderierte Diskussionsrunde statt, die wie auch der Film simultan übersetzt wurde. Die meisten Fragen kamen von Petr Eisner, der versucht das Thema Sexualität für Menschen mit Lernschwierigkeiten in der Tschechoslowakei voranzubringen. Das Publikum interessierte sich vor allem für praktische Fragen in der Arbeit als Sexualbegleitende. Insgesamt hatten wir den Eindruck, dass unser Film gut angekommen ist.
Das Normalni Festival fand dieses Jahr zum vierten Mal statt und wird von Inventura organisiert. Vom 4.11.-7.11.2009 wurden neben verschiedenen Filmen auch Theater, Konzerte, Workshops und Kunst über, von und für Menschen mit Lernschwierigkeiten praesentiert. Alle Veranstaltungen könnt ihr hier in der Festivalbroschuere finden. Vor unserem Film, der als „A Lure From Meadows“ angekündigt wurde, wurden zwei wunderbare Kurzfilme gezeigt: „About Sex“ von Bara Dlouha , 2008 und „Yolk“ von Stephen Lance, 2007.
Außerdem hatten wir die Gelegenheit uns das Konzert des Songwriters Malcolm Middleton anzuschauen und fanden es fantastisch. An dem Workshop „A different me“ des britischen Künstlers Lester Magoogan konnten wir leider nicht teilnehmen, da zeitgleich ein Interview im Radio Wave mit einer der Organisatot_innen Lenka Vochocova und uns stattfand. Die Bilder von Lester sind aber wirklich beeindruckend, schön, dass wir ihn kennengelernt haben.
Zum vierten Mal wird unser Film in der Humboldt-Universität zu Berlin gezeigt. Dieses Mal besuchen wir ein Seminar von Dr. Ute Kalender.
Hier die Einladung:
„Ich lade Euch/Sie herzlich zu den Fimscreenings von Die Heide ruft von Mirjam Mirwald, Danilo Vetter und Marius Zierold sowie Want von Loree Erickson ein. Die Filme werden im Rahmen meines Seminars Zwischen Analogien und Unvereinbarkeiten: Die Intersektionalität von Geschlecht, Heteronormativität und Behinderung gezeigt, das ich in diesem Sommersemester in den Kultur- und Genderwissenschaften an der HU gehalten habe.
Beide Filme setzen sich mit dem Thema der strategischen Aneignung von Sexualität durch Menschen auseinander, die als behindert klassifiziert werden. Dadurch unterwandern die Beiträge eine hegemoniale symbolische Ordnung, die vermeintlich anders befähigte Körper an vielen Stellen nicht als begehrenswert und begehrend zulässt.
Die Heide ruft stellt Sexualbegleitung als eine Möglichkeitt vor, „selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben“. Want ist ein feministischer Queer Crip Porno: it „weaves together sexually explizit images with everyday moments and scenes of the ableist world“.
Wir freuen uns sehr das wir unseren Film „Die Heide ruft“ während der Veranstaltungswoche „Gender is Happening – Love me Gender“ aufführen können.Im Filmscreeening mit dem Titel „Sexualität und Behinderung: Repräsentationen und Interventionen“ laufen außerdem die Filme „WANT“ und „SEXY“ .
Sexualität und Behinderung: Repräsentationen und Interventionen Im Zentrum der Diskussion steht die Tabuisierung selbstbestimmter Sexualität von Menschen mit Beeinträchtigungen, jedoch ohne Sexualität und Behinderung oder Nicht-Behinderung als Problem zu thematisieren. (Ankündigung)
Neben den Filmaufführungen ist eine Diskussion geplant, die von Heike Raab moderiert wird und an der Carola Pohlen, Mathias Vernaldi, Mirjam Mirwald und Danilo Vetter teilnehmen werden.
Angaben zur Aufführung: 08.07.2009; 10.00 – 13.00 Uhr; Konferenzraum, Heinrich-Böll-Stiftung; Schumannstr. 8
10117 Berlin
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Barrieren brechen“ an der Universität Leipzig werden wir am 02.07.2009 unseren Film aufführen und im Anschluss für eine Diskussion zur Verfügung stehen.
Detaillierte Angaben zur Aufführung:
02.07.2009; 19:00 – Universität Leipzig; Seminargebäude, SR 102, Universitätsstr. 1; 04109 Leipzig
alpha nova eröffnete gestern in Karlsdorf bei Graz eine Sexualfachstelle „hautnah„. Die inhaltlich Arbeit der Einrichtung lässt sich gut mit den drei Begriffen „Sexualität – Beziehung – Behinderung“ umschreiben.
Die Einrichtung unter dem Dach von „Alpha Nova“ bietet neben Beratung erstmals in Österreich aktive Begleitung durch acht im vergangenen halben Jahr ausgebildete SexualassistentInnen an.
Seit 1995 existiert die Beratungsstelle „Alpha Nova“ in Kalsdorf und schon nach wenigen Jahren mit dem Schwerpunkt Sexualität und Aufklärung habe sich gezeigt, dass man „vom Reden nicht satt wird, die Lust will auch befriedigt werden“, erklärte Geschäftsführer Thomas Wögerer. Mit dem Ziel, selbstbestimmte Sexualität für Menschen mit Behinderung möglich zu machen, wurden ab Herbst 2008 in einem vom Land Steiermark geförderten Lehrgang sieben Frauen und ein Mann zu selbstständig tätigen Sexualbegleitern ausgebildet. Die nun eröffnete Fachstelle vermittelt und schafft u.a. Raum für Workshops.
Am 22. Mai 2009 um 20:10 Uhr sendet der Radiosender Deutschlandfunk ein spannendes Feature über Sexualbegleitung im Trebeler ISBB (Institut für Selbst-Bestimmung Behinderter) mit dem Titel: „Bitte berühren“.
Bitte berühren
Ähnlich wie in unserem Film begleiten Thomas Klug und Tim Lang in einem Radio Feature einige Menschen mit Beeinträchtigungen bei einem Erotik-Wochenende in Trebel.
Christiane, Andreas, Arno und Uwe sind aufs Land gefahren, in niedersächsische Dorf Trebel. Dort soll sich ihr Leben ändern. Sie rechnen nicht mit viel Verständnis für das, was sie vorhaben.(Deutschlandfunk)
Wir sind gespannt, was Lothar Sandfort als Leiter des ISBB und die vier Teilnehmer_innen des Erotik-Wochenendes uns erzählen werden. Wir werden auf jeden Fall lauschen!
Um einen kleinen Anreiz zu schaffen uns auf der Meinungsseite einen Kommentar zu unserem Film „Die Heide ruft“ abzugeben, hatten wir am 14. Dezember eine kleine Verlosung einiger Überraschungspakete durchgeführt.
Von den daraufhin eingesendeteten 30 Kommentaren haben wir neben den drei Hauptgewinner_innen sogar noch drei weitere Gewinner_innen ermitteln können, da wir durch die großzügigen Spenden von Lothar Sandfort, den Werraland Werkstätten, Niko von Glasows Filmproduktionsfirma Palladio Film und Matthias Vernaldi mehr Material zur Verfügung gestellt bekommen hatten als angenommen.
Gewonnen haben Michael Bay, Christin Büchner, Tillie Kluthe, Katrin Köppert, Dieter Janson und Benni Stein. Herzlichen Glückwunsch!
Die drei weiteren Gewinner_innen erhielten jeweils das Buch zum Film NoBody’s Perfect und ein Gedicht von Matthias Vernaldi „Ärtzte und Bürokraten“ aus dem Jahr 1985.
In der FAZ-Ausgabe vom 06.12.2008 berichtet Andrea Jeska unter dem Titel „Hella will einen Intelligenten“ über die Hamburger Partner_innenvermittlung „Schatzkiste„. Neben dem Bericht über die Schatzkiste steht ein Portrait von Hilla im Vordergrund des Artikels.
Aber auch zum Thema Sexualassistenz und Sexualbegleitung finden sich ein paar Zeilen:
In Dänemark haben Behinderte das Recht auf Sexualität. Im Bedarfsfall wird sie sogar bezahlt, wenn der Behinderte die körperliche Liebe nicht selbst ausführen kann. Dann kommen Frauen und massieren. Sexualassistenz. In Deutschland war das lange kein Thema, sogar verboten. Behinderte haben das Recht auf Liebe. Sie können sich einen Partner suchen. Wenn sie mobil genug sind, dürfen sie ihn besuchen. Wenn nicht, müssen sie warten, bis ein Betreuer sie dorthin bringt. Dem Betreuer ist es verboten, dabei zu assistieren, dass sich die beiden auch körperlich lieben. Alles, was er tun kann: eine gemeinsame Nacht zu arrangieren. Eigentlich darf er nicht einmal das.
„Männer wollen immer nur das eine.“
In den Vereinigten Staaten, in Holland und in Österreich werden Prostituierte für die Arbeit mit Behinderten ausgebildet. Sie heißen „Berührer“. Ihre Aufgabe ist die seelische und emotionale Zuwendung samt sexuellen Handlungen. Kein Geschlechtsverkehr, kein Oralverkehr. Nur Hilfe bei jenen Dingen, die normalen Menschen so normal sind. Hautkontakt, Berührungen von anderen. Und sich selbst.
Zu diesem Thema hätten wir uns etwas tiefer gehende Recherchen gewünscht, da Sexualbegleiter_innen auch in der BRD ausgebildet werden und sich die Angebote insgesamt etwas differenzierter darstellen.
Mit deutlich über 50 Filmen hat das Biberacher Independent Film Festival, das in diesem Jahr zum dritten Mal stattfindet, seinen Umfang noch einmal verdoppelt. Neben deutschen Produktionen sind Kurz- und Dokumentarfilme auch aus Russland, Portugal, Spanien, Italien, Österreich, Polen und den Niederlanden zu sehen.
Leider können wir zu diesem großartigen Festival nicht anreisen. Wir stehen aber für Rückfragen in unserem Kommentarteil jederzeit zur Verfügung.
Hier die Trailer zum Festival 2008:
Weitere Videos zum Biberacher Independent Filmfestival finden sich hier und hier Informationen zur Anreise und Übernachtung.
Nicht nur durch den aktuellen Kinofilm „NoBody’s Perfect“ wird Grünenthal aufgefordert sich der Verantwortung gegenüber den Menschen zu stellen, die durch das Medikament Contergan geschädigt wurden. Seit dem 18.09.2008 befinden sich Helga und Stephan Nuding und Gihan Higasi im Hungerstreik. Eine Übersicht über Reaktionen in der Presse und ein Tagebuch findet sich auf der Homepage der Hungerstreikenden.
Sie fordern durch ihren Protest:
Diese Verhandlungen sind mit dem Ziel der kurzfristigen und rechtsverbindlichen Umsetzung des anhängenden Forderungskataloges zu führen.
Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass wir uns nicht auf irgendwelche Verzögerungstaktiken, unverbindlichen Versprechungen oder fadenscheinige Zusagen einlassen werden! Die Überlebenden des, durch die Firma Grünenthal verursachten, Contergan-Skandals, haben über vier Jahrzehnte auf eine Entschädigung gewartet und gehofft. Niemand kann uns Ungeduld oder die Forderungen von Leistungen vorwerfen, die nicht unseren Schmerzen und unserem Leid entsprechen würden.
Sofortige Aufnahme von offiziellen Verhandlungen zwischen der Geschäftsleitung der Firma Grünenthal GmbH (Stollberg), der Bundesministerin für Jugend, Familie und Soziales, des Bundesminister für Finanzen und Vertretern der Internationalen Contergan Thalidomid Allianz, die von uns benannt werden. (Quelle: Contergan Hungerstreik)
Die Aufforderung Politiker_innen auf die Forderungen der Streikenden hinzuweisen und sie in die Verantwortung zu nehmen.
Unterzeichnung der Solidaritätserklärung per E-Mail: solidaritaet@conterganhungerstreik.de.
Ein Protestschreiben an die Firma Grünenthal und die Familie Wirtz.
Das Disgenderbility-Team erklärt sich mit den Hungerstreikenden solidarisch und fordert Grünenthal auf, sich endlich ihrer Verantwortung zu stellen. Wir werden außerdem unsere bereits angekündigte Konsumverweigerung aller Produkte aus den verschiedenen Häusern an denen die Familie Wirtz beteiligt ist aufrecht erhalten und um eine weitere Forderung ergänzen:
Wir haben für uns beschlossen, solange die Entschuldigung des Konzerns ausbleibt und Nico von Glasow keine Möglichkeit zu einem Gespräch angeboten wird und die Forderungen der Hungerstreikenden Helga und Stephan Nuding und Gihan Higasi erfüllt sind, auf den Konsum sämtlicher Produkte der zur Familie Wirtz gehörenden Firmen (wie z.B. Dalli-Werke, Meurer und Wirtz) zu verzichten.