07.07.2008 - Die Heide ruft auf den Tabuthementagen des Asta Hannover

Juni 25, 2008

good morning hannover by Jan the manson {condemns stealing pictures} (flickr)

Am 07. Juli 2008 um 18.00 Uhr wird im Rahmen der Tabuthementage unsere Doku Die Heide ruft: Sexualbegleitung für Menschen mit Beeinträchtigungen gezeigt. Die Vorführung findet im Kesselhaus (Schlosswender Str. 5) statt. Zwei der Filmemacher_innen stehen im Anschluss an die Vorführung für Fragen und zur Diskussion zur Verfügung.

Die Tabuthementage werden vom Asta Hannover organisiert.

Plakat zu den Tabuthementagen (pdf 4 mb)


Herzlichen Glückwunsch Mensch Zuerst-Netzwerk People First Deutschland!

Juni 19, 2008

Bild zur Umfrage von Mensch zuerst

Mittlerweile haben sich schon 1000 Menschen gefunden, die die Aktion von Mensch Zuerst: Weg mit dem Begriff “geistige Behinderung” im Internet auf der Hompage von Mensch zuerst - Netzwerk People First Deutschland e.V. unterstützen. Wir wünschen euch viele weitere Unterstützer_innen!

Hier könnt ihr euch auf die Liste eintragen.


“Autistisch zu sein ist keine Krankheit” : am 18. Juni 2008 Autistic Pride Day : “Respekt statt Mitleid”

Juni 16, 2008

In einer Presseerklärung von Autismus Kultur verweisen die Aktivist_innen auf den Autistic Pride Day mit dem Motto “Respekt statt Mitleid”. Sie verorten sich in den Disability Studies und lehnen eine pathologisierende und medizinische Sichtweise auf Autist_innen ab. Collin Müller schreibt:

“Autistisch zu sein ist keine Krankheit und kein Grund, sich zu schämen. Autistische Aktivisten wenden sich gegen Versuche, Autismus zu “heilen”.

Hier einige Informationen zum Autistic Pride vom Weblogeintrag:

Anlässlich des Autistic Pride Days fordern Autist_innen gleiche Rechte und gleiche Chancen wie andere Menschen. Autist_innen leiden nicht unter Autismus, sondern unter gesellschaftlichen und kulturellen Barrieren und Diskriminierungen. Diese bestehen oft auch darin, dass Autist_innen nicht ernst genommen werden. Geht es beispielsweise um die Angelegenheiten und Wünsche (mitunter erwachsener) Autist_innen, werden diese in der Regel nicht selbst gefragt, sondern Eltern, Ärzt_innen und Therapeut_innen. Sie prägen auch das Bild und die öffentliche Meinung, indem sie in den Medien über Autist_innen als bemitleidenswerte Kranke und über Autismus als Tragödie erzählen – statt Autist_innen selbst zu Wort kommen zu lassen, sie zu unterstützen, und die Akzeptanz der Vielfalt in unserer Gesellschaft zu fordern und zu fördern. Besonders der Elternverband Autismus Deutschland beansprucht für sich, für alle autistischen Menschen in Deutschland zu sprechen und Ansprechpartner in allen Autismus-Belangen gegenüber Medien und Politik zu sein. Diese Erfahrungen waren ausschlaggebend für das diesjährige Motto Respekt statt Mitleid.

Der Autistic Pride ist ein politischer Aktionstag und diesen Charakter soll er auch behalten. Leider ging der Trend der Aktivitäten am Autistic Pride Day in den letzten Jahren stark in Richtung geselliges Zusammensein ohne jegliche Inhalte. Wenn ihr nur zusammen Fußball gucken und Bier trinken wollt, dann tut das, aber nennt es nicht Autistic Pride.

Wir denken, dass ist eine gute Gelegenheit sich mit dem eigenen Verhältnis und den eigenen Vorurteilen zu Autismus auseinander zu setzen. Wir vom disgenderbility-Team werden diesen Tag auf jeden Fall für eine intensive Auseinandersetzung mit unserer Sicht auf das Thema Autismus nutzen.

Eine erste einfache Möglichkeit zum Einstieg bietet das Video “In My Language” von Amanda Baggs:

Vielfältige und abwechslungsreiche Informationen zur Auseinandersetzung mit Autismus bietet die Internetseite Autismus Kultur. Danke an Collin Müller für den Hinweis auf diesen Tag und den tollen Weblog.


Das Thema Sexualbegleitung füllt den Senatssaal der Humboldt-Universität

Mai 29, 2008

Unsere Filmvorführung “Die Heide ruft - Sexualbegleitung für Menschen mit Beeinträchtigungen” am 28.05.2008 lockte knapp 200 Menschen in den Senatssaal der Humboldt-Universität . Der Saal war propevoll, viele mussten leider stehen oder auf dem Boden sitzen. Wir freuen uns sehr, dass das Thema Sexualität bzw. Sexualbegleitung so viele Menschen beschäftigt.

Publikum von \"Die Heide ruft\" im Senatssaal

Nochmals vielen Dank an die Gebärdendolmetscherin Anna-Kristina Mohos aus Potsdam, Christine Schniedermann für die Öffentlichkeitsarbeit, den Leiter der Abteilung Gebärdendolmetschen Prof. Dr. Horst Ebbinghaus, Nicole Skulski, Steffi Köhn, Juliette Emerson, Leonie Mirwald, Sarah Skladny, Sabine Bergau, Matthias Kreiselmeyer für die Unterstützung unser Veranstaltung.

Und natürlich vielen Dank an die Darsteller im Film, die durch ihr Fachwissen die Diskussion bereichert haben, anwesend waren Matthias Vernaldi, Sascha Schädel, Hardy Hoßbach, Jügen Jilsch und Stefan Bucick.

Auch dem Publikum sei hier gedankt, für die vielen Fragen, Beiträge und die positive Resonanz. Wir hoffen, dass die vielen Gehörlosen, die anwesend waren, trotz der zu klein geratenen und zu hellen Untertitel auf ihre Kosten gekommen sind.

28.5.2008 \"Die Heide ruft\" Publikum

Einige Fragen, die an diesem Abend aufgekommen sind, werden wir versuchen, in den nächsten Blogeinträgen noch einmal aufzugreifen, wie z. B. Sexualbegleitung in anderen Ländern, Anzahl der Sexualbegleiter_innen in Deutschland, mögliche Kontaktstellen, etc. Wir laden alle herzlich dazu ein, auf diesem Weblog unter der Rubrik “Meinung” zu kurz gekommenes, Gedanken, Ideen, Einwände, etc. zu unserem Film oder zum Thema Sexualbegleitung zu hinterlassen.


Reinhören - Die Heide ruft im RBB-Kulturradio

Mai 28, 2008

Mirjam wird, um 11.10 Uhr in der heutigen Sendung Kultur am Vormittag im RBB-Kulturradio, ein Interview zu unserem Dokumantarfilm geben. Ein Live-Stream zur Sendung findet sich hier.

Und hier der Ankündigungstext des RBB:

11:10 Himmel und Havel
Die Heide ruft: Sexualbegleitung für Menschen mit Behinderungen
Beitragslänge: 5
Gespräch mit der Autorin Mirjam Mirwald
Sie verbringen oft ihr ganzes Leben in besonderen Pflegeeinrichtungen. Down-Syndrom, Autismus oder schwere Stoffwechselkrankheiten machen sie zu Außenseitern der Gesellschaft. Ein Behinderter wird zumeist als sexuelles Neutrum betrachtet. Und wohin mit dem Wunsch und dem Bedürfnis nach Lust und Liebe? Um das Tabuthema Menschen mit geistiger Behinderung und Erotik geht es um den Dokumentarfilm „Die Heide ruft“. Zu Gast im Studio ist eine der Autorinnen des Films Mirjam Mirwald, sie hat drei Männer mit Lernschwierigkeiten bei einem Erotikworkshop begleitet.

Der Film „Die Heide ruft“ ist heute abend zu sehen und zwar um 18 Uhr im Senatssaal der Humboldt-Universität, unter den Linden 6. Anschließend stehen die Darsteller und Filmemacher zur Diskussion zur Verfügung. Wer heute abend keine Zeit hat, kann sich den Film auch im Internet anschauen: www.disgenderbility.de


Ein Engel in Not

Mai 26, 2008

Prof. Dr. Ernst von Kardorff kann leider doch nicht die Moderation zu unserer Filmaufführung “Die Heide ruft”  am 28. Mai 2008 übernehmen. Er hat uns gestern aus familiären Gründen abgesagt.

Glücklicherweise hat uns ganz spontan Katrin Rubel, die auch schon für unsere Premiere am 23. 2.2008 im Berliner Kino Arsenal die Moderation übernommen hatte, ihre Unterstützung zugesagt.

Ganz lieben Dank an Katrin!


Petition gegen Diskriminierung

Mai 23, 2008

Banner der Initiative ganz europa gegen diskriminierung

Eine Inititiative fordert in einer Petition eine Erweiterung der rechtlichen Bestimmungen zum Schutz gegen Diskriminierung in Europa. Die Petition, richtet sich direkt an Angela Merkel die sich bisher nicht ausreichend für Antidiskriminierungspolitik eingesetzt hat und diese sogar blockiert.

Nichtsdestotrotz gilt bei den Merkmalen Religion, Weltanschauung, Alter, Behinderung und sexuelle Orientierung bisher ein geringeres Schutzniveau auf europäischer Ebene als bei den Merkmalen „Rasse“ und ethnische Herkunft sowie Geschlecht. Während letzteren ein umfassender Schutz vor Diskriminierung zugesprochen wird, bezieht sich der Schutz vor Diskriminierung aufgrund der Religion oder Weltanschauung, des Alters, einer Behinderung und der sexuellen Orientierung nur auf das Arbeitsleben und nicht auf den Bereich Güter und Dienstleistungen (Bildung, Gesundheitsversorgung…). Diese Ungleichheit wollte Barroso beheben und eine kohärente und effektive EU Antidiskriminierungspolitik schaffen.

Die Petition können alle online unterzeichnen, die sich für eine umfassende Antidiskriminierungspolitik einsetzten wollen. Weitere Hintergrundinformationen finden sich auf der Seite der Initiative “Ganz Europa ohne Diskriminierung“.


Posterausstellung - Plakat zu unserem Online- und Filmprojekt!

Mai 20, 2008

Wir haben ein Poster zu unserem Projekt erstellt. ;-) Dies ist nun anlässlich der Multimedia-Tage 2008 vom Multimedia Lehr- und Lernzentrum im Computer- und Medienservice (CMS) innerhalb der Posterausstellung zum Einsatz von digitalen Medien in Lehre und Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin zu betrachten.

Bildercollage für MultiMediaPoster

Auf der obigen Abbildung ist eine Bildercollage montiert, die auf dem unteren Teil des Plakates plaziert ist.

Die Ausstellung ist vom 16. Mai bis zum 6. Juni 2008 im Foyer des Hauptgebäudes der Humboldt-Universität, Unter den Linden 6 in Berlin-Mitte zu sehen.

Unser Poster mit dem Titel “disgenderbility” ist in der Online-Projektdatenbank vom CMS aufgenommen.

Hier findet ihr unser Poster: Download Poster ( application/pdf, 15605 KB ).

Wenn ihr zu unserer Filmvorführung am 28. Mai 2008 in die Humboldt-Universität kommt, schaut euch doch das Plakat einfach vorher unten im Foyer an.


Streitpunkte zur Sexualbegleitung

Mai 18, 2008

Der Kongress „Enthinderte Sexualität“ in Linz und einige Reaktionen auf unseren Film haben uns angeregt, uns zu den drei am häufigsten geäußerten Kritikpunkten zum Thema Sexualbegleitung zu äußern. Wir laden euch / Sie herzlich ein, sich im Kommentarteil dieses Eintrags an dieser Diskussion zu beteiligen oder zu unserer nächsten Aufführung in den Senatssaal der Humboldt Universität zu kommen. Den folgenden Text gibt es auch als pdf-Datei.

1. “Ruhig stellen” durch Sexualbegleitung?

Einige Teilnehmer_innen des Kongresses sahen im Zusammenhang mit Sexualbegleitung die Gefahr, dass Menschen mit Beeinträchtigungen lediglich “ruhig gestellt” werden sollen, so wie es früher und teilweise heute noch mit Medikamenten praktiziert wurde bzw. wird.

Das Konzept Sexualbegleitung reicht für uns jedoch wesentlich weiter. Sexualbegleitung bietet eine behutsame Annäherung an die eigene Sexualität. Sie kann ein intimes, sinnliches, erotisches körperliches Erleben für Menschen ermöglichen, die bisher keine bzw. eingeschränkte Erfahrungen mit Sexualität hatten.

Sexualbegleitung soll keinesfalls als Symptombehandlung verstanden werden. Einrichtungen müssen sicherlich weitaus mehr tun, als Menschen, die sich auffällig oder aggressiv verhalten, Sexualbegleitung anzubieten. Sie sind aufgefordert, neue Konzepte für Sexualpädagogik zu entwickeln, in denen u. a. eine umfangreiche Aufklärung, Beratungsmöglichkeiten und Austauschmöglichkeiten, aber auch Möglichkeiten zum Kennenlernen von Menschen mit Beeinträchtigungen und Schulungen für Mitarbeitende vorgesehen sind.

Die IV Sozialunternehmen hat in dem Positionspapier Sexualität und Behinderung wichtige Forderungen und Grundsätze zur Thematik Sexualität und Beeinträchtigung formuliert.

2. Es gibt wichtigere Aspekte von Sexualität, als Sexualbegleitung!

Das Ermöglichen von Kennenlernen anderer Menschen, Partner_innenschaften, das Schaffen eines Rahmens, in dem Sexualität ausgelebt werden kann, Intim- und Privatsphäre wahren etc. sind wichtige Themen im Zusammenhang mit Sexualität. Sexualbegleitung bzw. Sexualassistenz sind nur eine Facette von Sexualität. Wichtigste Voraussetzung (auch) im Zusammenhang mit Sexualität ist auf jeden Fall, Menschen mit Beeinträchtigungen nicht als verkindlichte, geschlechtslose Wesen zu betrachten und als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft zu akzeptieren.

Sexualbegleitung bietet Menschen, die keinen anderen Zugang zu Sexualität haben, die sich z. B. nicht selbst befriedigen können, eine Möglichkeit, ihren Körper zu erkunden und zu erleben. Sexualbegleitung kann behutsam in Sexualität einführen. Im Idealfall ist Sexualbegleitung nur ein Übergang, eine Unterstützung, um auf andere Menschen zuzugehen oder z. B. Partner_innnen zu finden oder einfach nur sich selbst zu entdecken.

3. Ist Sexualbegleitung ein Weg zur Selbstbestimmung?

Sexualbegleitung ist ein Angebot für Menschen, die auf verbale oder andere Weise äußern, dass sie gerne Sexualität hätten, aber keinen anderen Weg finden, dies auszuleben. Sie bestimmen selbst, ob, wann oder wie oft sie diese im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten in Anspruch nehmen. Die eigene Sexualität erleben zu können, ist ein wichtiger Aspekt von Selbstbestimmung. Insofern betrachten wir Sexualbegleitung als einen möglichen Weg zu selbstbestimmterem Leben.

Wir erachten es für sinnvoll bei Menschen mit Lernschwierigkeiten parallel zur Sexualbegleitung eine sexualpädagogische Beratung anzubieten (um z. B. auftretende Fragen, Wünsche oder Probleme zu klären).

Es gibt noch viele weitere, auf dem Kongress nicht angesprochene, wichtige Punkte:

  • Sexuelle Assistenz durch Mitarbeiter_innen? Ein Tabu!
  • Verliebtsein, (k)ein Problem?
  • Verschiedene Konzepte für verschiedene Menschen?
  • Eine Frage des Geschlechts. Frauen und Prostitution?
  • Bringt Sexualbegleitung eine selbstbestimmte Sexualität?
  • Sexualbegleitung ist auch ein Sonderweg!
  • Sexualbegleiter_in: Heilige oder Hure?
  • Vorsicht vor Begrifflichkeiten, wie z. B. „Surrogatpartnerschaft“ (Wikipedia)

Einige dieser Fragen habe ich in meiner Diplomarbeit „Sexualbegleitung für Menschen mit Lernschwierigkeiten – Film und Analyse“ ausgeführt. Die Arbeit stelle ich, sobald sie begutachtet wurde, hier in den Weblog.

Im Gender@Wiki haben wir eine umfassende Bibliographie zum Thema Sexualbegleitung erstellt. Wer sich weiterhin mit dem Thema befassen möchte, kann auf dieser Seite sicherlich einige nützliche Informationen finden.


Zahlen, Zahlen, Zahlen: 10.000 Besucher_innen auf disgenderbility.de

Mai 14, 2008

Wir haben - ehrlich gesagt - nicht mit einem so großen Interesse an unserem Filmprojekt gerechnet. Um so größer ist unsere Freude, dass wir bereits heute die 10.003. Besucher_in, seit dem Umzug unseres Weblogs ( 11. Februar), auf unserer Seite registrieren durften. Danke an alle, die uns bisher so großartig unterstützt haben.

Das Erreichen dieser runden Zahl bietet es an, einige weitere Zahlen zu veröffentlichen:

  • in 58 Weblogbeiträge begleiteten wir bisher unser Filmprojekt
  • am 07.04.2008 hatten wir mit 459 Besucher_innen die meisten Besucher_innen an einem Tag
  • die am häufigsten angesehene Seite ist mit 2.733 Besucher_innen die Downloadseite zum Film
  • unsere Artikel im Gender@Wiki wurden bisher 5.531 mal besucht: Sexualbegleitung (2.867 Besucher_innen), Disability Studies (1.873 Besucher_innen) und Sexualassistenz (791 Besucher_innen)
  • 7.951mal wurde unser Trailer angesehen (7,024 Abrufe bei youtube; 927 Abrufe bei sevenload)
  • 1.080 mal wurde der Film aus dem Internet Archiv heruntergeladen
  • 288 DVD’s wurden verteilt und versendet
  • ca. 540 Menschen kamen in unsere Aufführungen (Berlin, Linz, Senftenberg)
  • ??? mal wurde der Film wegen der Verwendung einer Creative Commons-Lizenz legal kopiert und verbreitet :-)